Finite Elemente
DE EN Impressum
Testberichte Kundenmeinungen Referenzen Sonderverkauf Downloads Katalog anfordern
News HiFi Racks HiFi Zubehör Händlersuche
Home

Infos

Testberichte pagode
STEREOPHILE 02.2006:

Finite Elemente Pagode Master Reference HD07 Rack

Von Brian Damkroger


Fast jede Woche höre ich etwas über neue Audiozubehörteile, begleitet von atemlosen Beteuerungen von wahnsinnigen Leistungsverbesserungen, die "Du unbedingt selbst hören musst". Die meisten hiervon ignoriere ich, und von den Vorschlägen, die ich unter die Lupe nehme, verfallen fast alle nach einer logischen Analyse des technischen Prinzips. Aber ab und zu findet eines von diesen Wundermitteln Platz in meinem System.

Dies war der Fall mit Finite-Elemente Racks und Komponentenfüßen. Als ich zum ersten Mal die Behauptungen über Klangverbesserungen hörte, habe ich nicht viel darüber nachgedacht, auch nicht nach der Bestätigung durch den durchaus vernünftigen Allen Perkins von Immedia, der Finite-Elemente in Amerika vertreibt. Und ich war fasziniert, als ein Master Reference Rack in den Stereophile-Listen der "Zubehörteile" von dem vielleicht nicht ganz so vernünftigen, aber meistens zuverlässigen Michael Fremer erschien—aber wieder habe ich es ganz schnell vergessen.

Was ich noch nicht wusste, war, dass einige nicht miteinander zusammenhängende Ereignisse und Faktoren sich anbahnten: Trish's ästhetische Ideen, Größe und Gewicht meiner Audiokomponenten, Innenarchitekturüberlegungen, eine bevorstehende Abendgesellschaft und die sofortige Verfügbarkeit eines Leihgeräts, um nur einige zu nennen. So kam eins zum anderen, und bevor ich mich versah, waren meine Komponenten auf einer netten Auswahl von Finite-Elemente Ceraball, Cerapuc und Cerabase Komponentenfüßen innerhalb eines Pagode Master Reference HD07 Racks installiert.

Pagode Master Reference HD07

Das Pagode Master Reference HD07 ist ein elegantes, luftiges Komponentenrack mit vier Ebenen, T-Profilen aus Aluminium und Böden aus Kanadischem Ahornholz. Gäste kommentierten sein Aussehen durchaus positiv—sogar Trish war der Meinung, es sah gut aus "für ein Audio-Rack". Richtig toll fanden es aber meine maschinenbau-gewandten Mitarbeiter, die vom klugen Ansatz der Resonanzsteuerung sehr angetan waren.

Das Master Reference bietet die richtigen Voraussetzungen: die Bauelemente haben die richtige Geometrie, geeignete Materialien kommen zum Einsatz, und es gibt sogar drei Lagen "mechanischer Diodenspikes". Aber am faszinierendsten fanden meine Freunde die stimmgabelähnlichen Resonatoren, die in jeder der Bodenstützen eingebettet waren. Sie haben den Zweck sofort erkannt: "Klar, zuerst führt man eine modale (schwingungstechnische) Analyse durch, und dann benutzt man sie, um die Energie bei den resonierenden Frequenzen aufzusaugen."

Genau das ist das Prinzip hinter Finite Elemente. Jedes Rack wird charakterisiert und mit typischen Komponenten bestückt. Dabei wird das Spektrum der Rackresonanzen gemessen. Augrund dieser Daten wird die Resonatorkombination ermittelt, die am besten die schlimmsten Resonanzen dämpft und in den jeweiligen Bodenstützen des Racks eingebaut. FE's Werkzeugkoffer wird weiterentwickelt, aber bei Redaktionsschluss arbeiteten sie mit einer Kombination aus sechs unterschiedlichen Resonatortypen, ausgelegt um Energie bei unterschiedlichen Frequenzen zwischen 220Hz und 882Hz zu absorbieren. FE bezieht sich auf Testdaten, die zeigen, dass 90% aller selbsterzeugten kinetischen Energie und 70% der fremden kinetischen Energie durch die richtige Resonatorenkombination in Wärme umwandelt werden können.

Ceraball, Cerapuc, and Cerabase

Finite-Elemente behandelt auch das Problem der Resonanzen innerhalb der Komponenten selbst, löst dieses aber nicht durch Absorption oder Dämpfung, sondern durch Ableitung. Auch hier definierten sie zuerst das Spektrum der zu behandelnden Resonanzfrequenzen, um dann die effektivste Ableitungsmöglichkeit zu entwickeln. Eine Struktur wird auf Vibrationen mit einer Mischung aus Übertragung, Reflexion und Absorption reagieren, und die Einzelheiten dieser Reaktion werden durch die gewählten Materialien und Geometrien bestimmt und auch durch die Charakteristika von irgendwelchen Schnittstellen. FE wählte eine Mischung aus simplen Formen und Materialen, die eine Voraussage und Anpassung der Gesamtreaktion ermöglichen—ähnlich eines mechanischen Getriebe.

Die drei Modelle der Cera-Füße (Ceraball ($135/4), Cerapuc ($450/4), und Cerabase ($795/4) ) haben alle eine Basisform aus radial symmetrischen Endstücken aus Metall, getrennt durch ein superhartes Keramikelement. Die Einzelheiten unterscheiden sich etwas, das kleinste Modell besteht aus Aluminiumendstücken mit einer einzigen Keramikkugel, die größere Version hat Edelstahlendstücke entweder zusammen mit einer Keramikscheibe oder drei Kugeln. Alle drei haben eine Elastomerdämpfung, um ein Flattern und Klappern zu verhindern; wobei die größeren Modelle mit unterschiedlichen Zusatzteilen geliefert werden, damit die bestehenden Füße von Komponenten oder vom Rack ersetzt werden können.

Funktionieren sie aber wirklich?

Das Pagode Master Reference HD07 Rack hat in der Tat funktioniert—zumindest mit Komponenten mit einer integrierten Stromversorgung. Jede Komponente, die ich ausprobierte, vom leichtesten Vorverstärker bis hin zu massiven Zweichassis-CD-Spielern, klangen auf dem FE Rack besser als auf meinem Bright Star oder Merrill. Die Fokussierung, Auflösung und dynamische Genauigkeit waren alle leicht, aber konsequent besser; meine Kommentare zum Hörerlebnis waren gespickt mit Sätzen wie "schnelle, sauberere Dynamik" und "schärfere, räumlichere Abbildungen."

Die Delibes' Lakmé-Aufnahme von Alain Lombard und der Paris Opéra-Comique (LPs, Seraphim SIC-6082) war ein gutes Beispiel. Als ich nacheinander jede Komponente auf dem HD07 einsetzte – den VTL TL-7.5 Vorverstärker, den Sutherland PhD Phonoverstärker, und schließlich den VPI HR-X Plattenspieler und Aufnehmer— wurde das Bild der Sopranistin Mady Mesplé klarer und plastischer. Die Stimmennuancen waren offensichtlicher, und ich konnte die abklingenden Enden ihres Gesangs besser hören. Der hintere Bereich und die Seiten der Klangbühne öffneten sich leicht, und der Raum um die Künstler erschien transparenter.

Ich wiederholte diese Übung mit zwei unterschiedlichen Digitalsystemen zusammen mit Dire Straits' "Private Investigations" aus Love Over Gold (CD, Warner Bros. 23728-2). Das Ergebnis war ähnlich, aber richtig auffallend war für mich die Verbesserung in der Detailauflösung. Je mehr Komponenten zum HD07 verlagert wurden, desto mehr unterschwellige Details traten aus dem Hintergrund hervor. Die mehrfachen Widerhalle um die über die Bühne schleifenden Schuhe herauszuhören war ein großartiges Beispiel; ein anderes war die wachsende Präsenz von einigen unterschiedlichen, separaten Effekten um die Sprechstimme von Mark Knopfler.

Keine dieser Änderungen waren wirklich weltbewegend, aber sie waren konsequent und wiederholbar. Der Effekt des Einbaus einer Komponente auf dem HD07-Rack war in etwa vergleichbar mit dem Unterschied, den ich durch die Entmagnetisierung eines Tonabnehmers oder durch die Reinigung aller Verbindungen erziele, bringt aber mehr als das, was ich durch eine vorsichtige Korrektur meiner Verkabelung erreiche oder wenn ich die Polarität meiner Stromkabeln nach Gehör justiere.

Einen wahnsinnigen atemberaubenden Unterschied machte jedoch die Installation eines Satzes Ceraball oder Cerapuc unter einer Komponente. Die Unterschiede waren die gleichen—verbesserte Fokussierung, Transparenz, Auflösung und dynamische Genauigkeit—aber das Ausmaß war viel größer. Der Einsatz eines 3er-Satzes Ceraballs unter dem VTL TL-7.5 war nicht wie die Entmagnetisierung eines Tonabnehmers; es war eher wie eine Aufwertung auf einem richtig guten dynamischen Aufnehmer. Und Kabelsortierung? Vergiss' es—diese Verbesserung ähnelte dem Austausch der mitgelieferten aus dem Baumarkt gekauften Kabel mit einem Satz guter High-End Kabel.

Wie ein Kind im Schlaraffenland, setzte ich immer mehr Cera-Füße ein. Die Auswirkungen waren bei jedem Schritt ähnlich, und ähnlich dramatisch. Die größten Verbesserungen resultierten, als ich die Cerapucs unter meinen VTL Ichiban Endverstärker und zwischen den Stahlrahmen des Phonodecks und die Oberplatte aus Marmor stellte. Die Klangbühne wurde signifikant sauberer und die Abbildung wurde augenblicklich scharf. Zweidimensionale Abbildungen wurden dreidimensional. Die Künstler bei Lakmé erschienen eher als echte Menschen in einem echten Raum und nicht als Teil eines Porträts. Und als ich Return Engagement vom Oscar Petersen Trio (LP, Verve V3HB-8842) abspielte, bemerkte ich mehrere dramatische Verbesserungen. Dynamische Übergangsvorgänge klangen 10–20% größer, und das Klavier hatte viel mehr innere Details und Komplexität mit einem reicheren, ausgeprägteren Tonausgleich. Der Bass war stärker und viel straffer.

Die Ergebnissen bei anderen Zusammenstellungen waren nicht ganz so spektakulär, aber immer noch beeindruckend. Ich probierte die Cerapucs unter dem Halcro dm10 Vorverstärker und dm58 Endverstärkern, den Digitaleinheiten, dem Sutherland PhD, einigen anderen Vorverstärker und Phonostufen, die ich noch besprechen muß—sogar unter meinen Thiel CS6 Lautsprechern. Mit Ausnahme der Thiels, wo die Cerapucs keinen großen Unterschied machten, waren die Ergebnisse ähnlich, deutlich hörbar und einheitlich positiv. Ich stellte auch fest, dass der Austausch der Ceraballs mit den größeren Cerapucs eine Verbesserung mit sich brachte, aber die Steigerung war nicht annähernd so groß, wie beim ersten Einsatz der Ceraballs.

Ein zusätzlicher Satz Cera-Füße oder die Verlagerung einer weiteren Komponente zum Pagode HD07 Rack verbesserte jedes Mal den Klang des Systems. Das gleiche galt für eine Vermischung von Füßen und Rack. Die durch die Cera-Füße hervorgerufene Verbesserung war gleich groß, ob ich sie zwischen der Komponente und dem FE-Rack oder zwischen einer Komponente und einem anderen Rack einsetzte. Die Verlagerung einer Komponente zum FE-Rack verbesserte den Klang, auch wenn sie vorher auf einem Dreiersatz Ceraballs oder Cerapucs gelagert war. Für den letzten Schliff verbesserte ich die Leistung des Systems noch ein bisschen mehr durch den Austausch der mitgelieferten HD07 Spikes durch die schweren Cerabases.

Schlussanalyse

Das Pagode Master Reference HD07 Rack von Finite-Elemente ist elegant, gut konstruiert und verbesserte den Klang von Komponenten, die darauf eingesetzt wurden—sogar Referenzgeräte wie von Halcro und VTL electronics. Ihre Leistung war nicht sehr viel besser, aber die Verbesserung war wahrnehmbar und unstrittig. Der Nachteil ist der Preis von $6195 für das Pagode HD07, ca. dreimal so viel wie andere nette Racks mit ähnlicher Ausstattung. Auf der Basis des Aussehens oder der Klangverbesserungen alleine (die Zusage von Trish vorausgesetzt), würde es mir vielleicht schwer fallen, den Preis zu rechtfertigen, aber für mich ist die Kombination das Geld wert. Ob andere Leute so denken, sei dahingestellt, aber wen der Preis von $6195 nicht automatisch abschreckt, sollte es in Betracht ziehen.

Die Ceraball, Cerapuc, und Cerabase Komponentenfüße sind eine ganz andere Geschichte. Sie verbesserten den Klang von Komponenten deutlich. Auch sie sind teuer im Vergleich zu den Wettbewerbern, aber die erzielte Klangverbesserung pro Dollar ist es wert. Mein Referenzsystem komplett damit auszustatten kostete ca. $2.200, aber die Verbesserung—bei Anlagenteilen mit einem Wert von ca. $100.000—war riesig. Und nachdem ich mein System mit den FE Füssen gehört hatte, war keine Rückkehr möglich.

Und am anderen Ende der Skala ist der Preis von $135 für einen 4er-Satz Ceraballs sogar für ein bescheidenes System angemessen, und auch in diesem Fall sollte die Verbesserung tiefgreifend sein. Aber egal wie viel Ihr System gekostet hat, empfehle ich Ihnen von ganzem Herzen, mit Begeisterung and Überzeugung, dass Sie einen Satz ausprobieren.

Finite-Elemente's Pagode Master Reference HD07 Rack funktioniert, und ihre Cera Füsse wirken sehr gut. Und ja, man muss es selbst gehört haben. Das ist eine sonderbare Behauptung, die man besser nicht ignorieren sollte.